Riez-la-Romaine, Provence

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... ist 9 km vom Lac Ste. Croix, einem der größten und schönsten Stauseen Europas, und 30 km von der bekannten Verdon - Schlucht entfernt. Die Küste ist etwa 80 km, der Flughafen Nizza 1,5 bis 2 Autostunden entfernt. Die nächste Autobahn ist in 40 Minuten erreichbar. (Brignoles, Manosque oder Cadarache) Riez ist ein typisch provenzalischer Ort im Herzen des Plateau de Valensole, einem Zentrum des Getreide- Oliven- u. Lavendelanbaus. (Die meisten Fotos von Lavendelfeldern stammen von hier; optimale Blüte etwa Mitte Juni bis Anfang August) Der Ort hat eine Tradition, die bis in die vorrömische Zeit zurückreicht. Hier gibt es zwei Supermärkte, 3 Tankstellen, Restaurants, Bars, Lebensmittelhändler, Metzger und Bäcker. Mittwochs und Samstags findet ein sehenswerter provenzalischer Markt statt, der im weitem Umkreis bekannt ist.

Der antike Ortsrand deckt sich vermutlich mit der Baumreihe im Westen, der römische Friedhof liegt hinter dem Hotel Carina. In Riez gäbe es eigentlich ein imposantes Betätigungsfeld für Sponsoren, die sich mit der Erhaltung des Kulturerbes einen Namen machen möchten.

Unweit der Säulen befindet sich das Baptisterium, ca. 800 n.Chr. Sehr interessant dieses einmal zu besichtigen. Führungen werden vom Touristenbüro organisiert. ( Im Touristenbüro kann man sich auch für Besichtigungen des Staukraftwerkes von Ste. Croix eintragen.) Gegenüber dem Baptisterium liegen die Reste der ersten Bischofskirche von Riez. Weiter gibt es verschiedene mittelalterliche Bauten, Stadttore, einen  Glockenturm sowie einige heruntergekommene Patrizierhäuser aus einer Zeit, wo hier noch wirtschaftlich etwas zu holen war. Das mittelalterliche Riez wurde mehrfach von der Pest und anderen Seuchen heimgesucht. Später taten die beiden Weltkriege und die damit verbundenen Wirtschaftskrisen ein übriges zur Landflucht. Der Ort verlor damit seine Dynamik.

Diese ursprüngliche Dynamik kehrt aber in der Hauptsaison an den Markttagen wieder. Ortdurchquerungen mit dem Auto verlangen viel Geduld. Wer den Markt besuchen möchte, sollte seinen PKW strategisch günstig parken. (Wo das geht, verrate ich natürlich nicht, sonst finde ich selbst keinen Parkplatz. Geheimtipps sind nur solange Geheimtipps, wie man sie für sich selber behält. Anm. des Autors.)

 

Der Name Riez leitet sich von dem kelto-ligurischen Volkstamm der Reii ab, die diesen Ort gründeten und deren Oppidum vermutlich auf dem Hügel von St. Maxime (die sehenswerte Klosterkirche oberhalb von Riez) lag. Von diesem Hochplateau hat man einen wunderbaren Blick auf den Ort.

Um 50 v. Chr. Wurde das Gebiet von den Römern annektiert, nachdem etwa 300 Jahre vorher schon die Griechen in der Gegend Fuß gefasst hatten - älteste Stadt: Aiguines (Stadt der Ziegen). Der Ort wurde enorm ausgebaut, da er an der Kreuzung von 2 wichtigen Handels- und Militärstraßen lag. Besterhaltene Reste eines dieser Römerwege findet man oberhalb Moustiers und auch in der Verdon - Schlucht, die Brücke von Tousset.

Erhaltene Relikte aus der Römerzeit in Riez sind besonders die römischen Säulen - Reste eines Diana? -Tempels. (Im Ort verteilt und auch in der Klosterkirche St. Maxime findet man die restlichen Säulen,   Recycling hat hier Tradition.) Um den Tempel herum sind auch in ca. 2m Tiefe die Reste der antiken Stadt zu suchen, die durch zwei gewaltige Schlammlawinen im Mittelalter vernichtet und überdeckt wurde.

Bevor Vaison-la-Romaine Anfang des Jahrhunderts von den Archäologen ausgegraben wurde, hatte man versucht in Riez mit Ausgrabungen zu beginnen, wurde aber von den Einwohnern ganz massiv daran gehindert.
Die Archäologen hatten fest damit gerechnet in Riez noch mehr zu finden als in Vaison.
Bis heute hat sich daran leider nichts geändert, nach wie vor wird alles Römische mit Bauten oder Teer systematisch überdeckt.

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